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Die 5 besten Trainingstipps und der härteste Wettkampf von Joachim Posanz

Wie bist du zu diesem einzigartigen Feuerwehrsport gekommen?

Mein Arbeitskollege und Freund Thomas Ziaja (Spitzname OPA) hatte vor mir mit diesem besonderen Feuerwehrsport angefangen. Er hat mich dazu überredet es auch mal auszuprobieren. Ich war sofort „Infiziert“ und es ist meine große Leidenschaft geworden!!

Was sind deine 5 besten Trainingstipps für die Wettkämpfe?

1. Schaffe feste Zeitfenster für das Training in deiner Wochenplanung, denn nur ein regelmäßiges Training ist effektiv.

2. Das Training muss mehrere Bausteine haben Kraft-Ausdauer-Technik-Kraftausdauer.

3. Techniktraining muss sehr Wettkampfbezogen sein. Versuche dir die Wettkampfelemente nachzustellen.

4. Kraftausdauertraining in Intervallen trainieren. Am effektivsten ist hier der Tabata-Intervall (8x 20 sec. Belastung / 10 sec. Pause). Gibt es als App zum downloaden.

5. Trainiere deine mentale Stärke. Die wird im Wettkampf entscheidende „BIG-Points“ machen!!

Welcher Wettkampf war für dich die größte Herausforderung?

Der TFA (Toughest Firefighter Alive) Wettkampf war und ist immer noch die größte Herausforderung im Feuerwehrwettkampfsport. Man nennt ihn auch den „Iron Man“ der Feuerwehrwettkämpfe.

Wie bereitest du dich auf deine Wettkämpfe vor?

Meine Trainingstipps sind auch meine Vorbereitungsgrundsätze! Ich habe ein Trainingspensum von 5 Einheiten in der Woche. In der Vorbereitung auch immer mal „Schübe“ mit zwei Einheiten am Tag.

Wichtig: schon im Winter das Training forcieren! In der letzten Woche vor dem Wettkampf wird nur noch „leicht“ und die Abläufe trainiert. Die Muskulatur soll sich voll erholen können.

Welche Ausrüstung hast du bei deinen Wettkämpfen bzw was sind deine wichtigsten Utensilien?

Bei den Wettkämpfen, und das macht sie so besonders, wird in kompletter Einsatzkleidung inkl. Atemschutzgerät und teilweise auch mit aufgesetzter Maske gestartet. Das bedeutet, dass man mit einem zusätzlichen Gewicht von ca. 25 kg rechnen muss. Da ist es natürlich sehr wichtig funktionelles Equipment zu haben. Alle Teile der persönlichen Schutzausrüstung müssen top sein. Insbesondere die Einsatzhandschuhe, denn die „übertragen“ meine Kraft auf die im Wettkampf gestellten Aufgaben!

Was war für dich persönlich der härteste Wettkampf?

Mein härtester Wettkampf war der Toughest Firefighter Alive (TFA) 2010 auf der Weltmeisterschaft in Südkorea. Das Klima war für uns Europäer extrem, 40 °C bei 90 % Luftfeuchtigkeit. Das war aber nur eine der Extremen! Auch der Wettkampf war besonders „hart“, denn bei der letzten der 4 Stationen (die 4. Station ist immer sehr, sehr hart) mussten anstatt der üblichen 15-20 Etagen – 35!! Etagen hochgelaufen werden. Wie gesagt, immer mit Atemschutzgerät!! Aber mein Quälen hat sich bei dieser Weltmeisterschaft „ausgezahlt“. Ich wurde zum ersten Mal Weltmeister und zum „Härtesten Feuerwehrmann der Welt“ gekürt.

Welche Tipps hast du für begeisterte FeuerwehrsportlerInnen?

Informiert euch über den „ETWAS ANDEREN FEUERWEHRSPORT“ und probiert es einfach aus. Ihr werdet ganz neue Seiten eures Körpers kennenlernen! 😉

Das gibt euch Motivation für regelmäßiges Training, welches euch auch im „normalen“ Feuerwehralltag weiterhilft. Mehr Infos zum etwas anderen Feuerwehrsport: http://tfa-cross.com

Seit wann gibt es TfaXcross und wie erfolgreich ist der Feuerwehrsport bis jetzt?

Das TfaXcross habe ich vor ca. 1,5 Jahren ins Leben gerufen. Es bildet eine bestimmte Trainingsform die zum einen ein funktionelles Ganzkörpertraining darstellt und zum anderen ein spezielles Grundlagentraining für die Wettkämpfe ist. Dieses Workout habe ich aus der Erfahrung meiner langen Wettkampfzeit kreiert. Daher im Workout auch die starke Anlehnung an die Feuerwehr bzw. unserem Sport. Außerdem soll TfaXcross als Synonym für die vielen verschiedenen Feuerwehrwettkämpfe (Toughest Firefighter Alive, Firefighter Combat Challenge, Europas Challenge, Firefighter Stairrun etc.) die es mittlerweile gibt, stehen. Quasi als Oberbegriff.

Was sind deine Ziele für die Zukunft?

Meine Ziele... Auf jeden Fall selbst noch viele, viele Jahre an diesen Wettkämpfen teilzunehmen und vorne dabei zu sein. Über die vielen Jahre (ich bin seit 17 Jahren dabei) ist man auch zu einem „Fels“ vielleicht sogar zu einem Vorbild in dieser Wettkampfszene geworden. Ich möchte mein Wissen und meine Erfahrung in allen Bereichen - sei es Organisation, Durchführung, Trainingseinheiten und natürlich dem Wettkampf selbst - an Nachrückende weitergeben, damit dieser besondere Sport stetig „wächst“ und so immer mehr Feuerwehrmänner und -frauen in seinen „Bann“ zieht.

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