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Frei-talk: Feuerwehrfrau & Wettkämpferin May Tommervold

Die norwegische Feuerwehrwettkämpferin May Tommervold trägt derzeit den ESKA Handschuh TRITON und plaudert mit uns über ihre geheimen Trainingstipps und größten Herausforderungen. Viel Spaß beim Durchlesen! 🙂

Was genau machst du beruflich?

Ich arbeite als Berufsfeuerwehrfrau in Tonsberg/Norwegen und helfe zusätzlich in der benachbarten Feuerwehrstelle aus. Seit Herbst 2014 arbeite ich nun als Feuerwehrfrau und davor war ich 15 Jahre lang Offizierin beim Militär.

Wie lange trainierst du bereits für Feuerwehrwettkämpfe?

Ich kam das erste Mal mit dem Feuerwehrsport bei den World of Police and Firefighter Games (WPFG) 2017 in Berührung und war sofort Feuer und Flamme! Davor habe ich noch nie von Wettkämpfen dieser Art gehört. Durch meinen Instagram Account konnte ich einige Kontakte knüpfen und lernte unter anderem Vera Licha aus Deutschland kennen. Sie ermutigte mich, dass ich mich für die Firefighter Combat Challenges anmelde und somit startete ich voriges Jahr meine erste Saison. Ich hatte am Anfang wirklich keine Idee, was noch alles auf mich zukommen würde. Wettkämpfe dieser Art existieren in Norwegen nicht und ich musste mir alles selbst beibringen und vor allem durch Eigeninitiative herausfinden. Vera war eine riesige Unterstützung für mich – sie erklärte mir alle Regeln der Feuerwehrwettkämpfe und vieles mehr. Dafür war ich wirklich sehr dankbar! Da der Wettkampfsport aus Deutschland kommt, werden meine deutschen Schulkenntnissen bei den Wettkämpfen immer wieder gefordert. Als ich meine allererste Firefighter Combat Challenge hinter mir hatte, konnte ich den anderen nur zustimmen: ES SIND WIRKLICH DIE ZWEI HÄRTESTEN MINUTEN DES FEUERWEHRSPORTS!
In Zukunft möchte ich auch an mehr TFA (Toughest Firefighter Alive) Wettkämpfen teilnehmen. Diese Wettkämpfe passen auch besser zu mir, weil ich keine Sprinterin bin und die TFA’s, im Vergleich zu den FCC, mehr Fun-Faktor und verschiedenste Übungen mit sich bringen. Die europäische TFA Challenge steht auf jeden Fall auf meiner Wunschliste! 😉

Hast du irgendwelche Trainingstipps?

Trainiere mit deiner gesamten Ausrüstung, dann wird alles andere viel leichter. Bevor ich überhaupt das erste Mal von Feuerwehrwettkämpfen gehört habe, trainierte ich schon lange in meiner vollständigen Ausrüstung. Denn ich bin und war der Meinung, dass ich davon als Feuerwehrfrau profitiere und besser in meinem Bereich werde. Sowohl physisch, um der enormen Belastung standhalten zu können - als auch mental, um selbstbewusst zu sein und sich fit genug zu fühlen, mit dem schweren Gewicht der Ausrüstung zurecht zu kommen. Und auch praktisch gesehen, weil ich dadurch meine Ausrüstung sehr gut kennenlerne.

Ein weiterer Tipp: Sei vielseitig. Habe nicht zu viel Angst davor, schwere Gegenstände zu heben oder hart zu trainieren und vergiss die eher „langweiligen“ Übungen nicht: Stabilisation, Bauchmuskulatur trainieren, dehnen, usw. Außerdem solltest du darauf achten, genug Schlaf und Erholung zu haben. Dein Körper zeigt dir meistens in unpassendsten Momenten, wenn er überstrapaziert wird und dann ist es oft zu spät.

Bist du zufrieden mit deinen Handschuhen?

Ich begann erst vor kurzem meine Trainingssaison für die Wettkämpfe, deswegen muss ich die Handschuhe sozusagen noch einarbeiten, aber soweit bin ich sehr zufrieden. Ich denke, dass der Lederhandschuh Triton meinen Grip am Seil um einiges verbessern wird. Im Beruf hatte ich noch nicht die Möglichkeit, die Handschuhe bei schweren Brandbekämpfungen einzusetzen. Aber für harmlosere Innenangriffe hatte ich sie schon im Einsatz und ich liebe die Membran, weil die Handschuhe dadurch völlig wasserdicht sind – auch wenn sie von außen völlig eingeweicht werden.

Was war für dich die "tougheste Challenge"?

Das ist wirklich schwierig zu sagen. Meine erste Challenge war in Bremerhaven und zählt definitiv zu den besten Wettkämpfen, weil ich so viele großartige Leute kennengelernt habe und es eine tolle Location war. Die FCC in Torun, Polen war auch eine Liga für sich und ich finde es schade, dass die Challenge heuer nicht stattfindet. Mosel hat mir auch gut gefallen, weil ich mir vorgekommen bin, als würde ich mit 200 Freunden campieren. In Wels habe ich meinen Geburtstag gefeiert und schaffte meine Bestzeit mit 2,23 – das war wirklich ein Highlight! 🙂
Die größte, persönlichste Herausforderung für mich ist jedoch, dass ich die Einzige aus Norwegen bin, die bei Feuerwehrwettkämpfen teilnimmt und die Einzige bei meiner Feuerwehr, die mit der gesamten Ausrüstung trainiert. Deswegen steche ich ein bisschen hervor. (I’m kinda the weirdo!) Bei meinen Trainings muss ich immer wieder improvisieren. Ich bin schon froh, dass wir überhaupt einen Turm und einen Dummy in meiner Station haben, jedoch würde ich mir eine Keiser Force Machine wünschen! #wishlist #christmas

Was sind deine Ziele für die Zukunft?

Die „Grand Dame“ in dem Wettkampfzirkus zu werden! 🙂 🙂

Ich hoffe, dass ich auch in Zukunft einen funktionierenden und starken Körper haben werde, um meine Performance im Job und bei den Wettkämpfen noch viele weitere Jahre halten zu können.
Und meine geheimen Ziele für diese Saison: Nichts anderes als zu gewinnen!

Ehrgeizig? Definitiv! Ob ich mich davor fürchte, es laut zu sagen? Noch mehr!

Vielen Dank für das tolle Interview! Wir drücken dir die Daumen für die kommende Wettkampfsaison.

May Tommervolds Instagram Profil

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Norwegerin May Tommervold mit Triton 5 Stern Handschuh

Fotocredit: Jo Stenersen

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